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 | Rijeka 04./07.04.2011 |
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S A I S O N S T A R T - 2 0 1 1
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vom 04 April bis 07. April 2011 mit:
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Ein Entschluss steht fest
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Eigentlich wollten mein „Schrauber“ Kumpel Micha und ich die neue Saison gerne mal wieder in Spanien starten, doch Micha hat die Kohle für ein Eigenheim verbraten und ich für eine Reihe von Sturz- und Verschleißteile, die nach der letzten Saison fällig wurden. Wir trösten uns damit ohnehin nicht zu wissen, wie das Wetter am Ende einer Anfahrt von mehr als 2000Km sein würde. Micha überzeugte mich schnell für ein Alternativ-Frühjahrs-Training mit Dreier-Racing an der kroatischen Adria. Auf einer Berg-Höhe oberhalb derHafenstadt Rijeka liegt die Rennstrecke „Autodrom Grobnik“, uns jedoch besser bekannt unter dem Namen "Rijeka". |
Ich fühle, wie die Spannung schon jetzt ansteigt und kann `s kaum abwarten, bis es heißt: auf zum Start in `s Frühjahrstraining nach Rijeka an der sonnigen Adria. Freunde fragen mich, warum wir zum „Knieschleifen“ so weit in die Ferne schweifen wollen, wenn doch gute Rennstrecken wie Oschersleben, Nürburgring oder Hockenheim so nahe liegen? Eine plausible Antwort habe ich nicht, außer, dass uns nach einem langen und schneereichen Winter die milden Frühjahrstemperaturen an der kroatischen Adria mächtig anlocken und Rijeka gewiss eine gute Ergänzung zu meinen bisherigen Erfahrungen sein wird.
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Endlich, es ist so weit!
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Wir schreiben den 02. April 2011. Ich hole Micha zu Hause gegen Mitternacht ab. Kurz danach brechen wir auf und sind entschlossen, die Strecke nach Rijeka in einem Rutsch hinter uns zu bringen. Unterbrochen wird die Fahrt nur für "Tank"-Pausen und Cappuccinos :-) Wir hoffen, gegen 16.00 Uhr in Rijeak anzukommen, wo "Schnecke" (Stefan), "Fette Kette" (Roland) und "Kniepad-Junkie" Chris schon auf uns warten werden. Später erfahre ich, dass auch Bene-Bube (Benedikt) als „Boxenluder“ & „Grid-Girl“ mit dabei ist. Die Jungs wollten es nicht länger abwarten und sind bereits am Vorabend abgefahren.
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Unsere Fahrroute
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...geht über München nach Salzburg, dann durch den riesigen Karawakentunnel über die Grenze Slowenien in Richtung Ljubljana, Postojna Richtung Rijeka. Die Rennstrecke ist schlecht ausgeschrieben, so dass wir uns in der kroatischen Hafenstadt Rijeka mächtig verfranzen und uns einige Male im Kreis drehen. Dank des telefonischen Lotsendienstes von „fette Kette“ finden wir an Cavle vorbei Richtung Fahrerlager. Die letzten Kilometer bis dorthin führen uns an einem kleinen Flugplatz vorbei durch eine karge, trostlose Gegend, die (bei etwas Übertreibung) einer „Mondlandschaft“ gleichkommt. Durch unsere „Odyssee“ haben wir mächtig Zeit liegen gelassen und erreichen dann nach einer langen Fahrt von 16 Stunden schließlich unser Ziel gegen 19 Uhr.
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Im Paddock Grobnik
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... angekommen, zieht "Schrauber" Micha zu Race-Kumpel Thorsten und Stefan in die Box 11 ein. Ich stelle meinen zitronengelben Pavillon direkt gegenüber auf. Unser Equipment ist schnell abgeladen.
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Ich ziehe noch eine kleine Runde durchs Fahrerlager. Einige Aufzynd-Kumpels, die ich aus Trainings und Seriensportrennen kenne, sind auch angereist. Mit „Hallo, Servus, du auch wieder dabei.…. bla bla bla…“ gucke ich noch kurz bei Schnecke & Co vorbei. Um kurz vor Mitternacht verkrieche ich mich in mein mobiles Aufzynd-Hotel . Es ist sehr kalt und ich freue mich, dass ich mein kleines Öfchen nicht wieder zu Hause vergessen habe.
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GUTE - NACHT :-)
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Anmeldung am frühen Morgen
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...sie verläuft problemlos. Gefahren wird frei, also ohne Gruppen- und Zeiteinteilung. Das ansonsten übliche Fahrerbriefing entfällt ebenso. Ich nutze die Zeit zum Duschen, Frühstücken und meine obligatorischen Stretch- und Liegestützübungen, um meinen alten Buddy in Bewegung zu bringen. Das Wetter ist bereits am frühen Morgen hammergeil: SONNE PUR! Da kommt Freude auf, zumal ich von Freunden aus Deutschland höre, dass es dort regnet und ein mächtig kalter Wind bläst.
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Zynden von 09:30 Uhr bis 17.30 Uhr
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Ich bin zum ersten Mal hier. Die vier Trainingstage stehen für mich ganz klar unter dem Vorzeichen: Nicht Herunterfallen, nix kaputt machen, entspanntes Zynden und Spaß haben!
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RIJEKA - eine "B u c k e l p i s t e".
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Nach einigen Runden hinterlässt die Rennstrecke auch bei mir einen zwiespältigen (Erst-) Eindruck. Die Beschaffenheit des Asphalts ist in einem sehr schlechten Zustand. Miserabel sind die vielen Mulden, die eine gründliche Überarbeitung des Setups verlangen. An manchen Buckel-Stellen habe ich Sorge, Schrauben und Platten, die ich aus dem Crash vom vergangenen Jahr noch in mir habe, könnte es mit der Zeit „raushauen“.
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Rote Flagge - keine Seltenheit
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Mit der Zeit gelingt es mir, mich auf die Piste einzuschießen. Dass die Rennstrecke ein „kroatischer Rübenacker“ sei, dieser Einschätzung einiger Kumpels will ich mich nicht anschließen. Im Gegenteil, irgendwie macht mir das Aufzynden über die Buckel und Bodenwellen mehr und mehr fetten Spaß. Meinen Laptimer lasse ich während der Trainingstage komplett aus. Ich weiß nur zu gut, was das Fighten um kleinere Zahlen auf dem Laptimer bei mir bewirken kann. Ich habe meinen Freunden zu Hause und auch mir selbst versprochen, möglichst nicht von meinem Race-Bike herunterzufallen – schon gar nicht fernab von Deutschland! Die ersten beiden Tage bringen erstaunlich viele „Abwürfe“ und „Ausritte“ in die „Botanik“. Die lange Winterpause scheint diesen Zustand begünstigt zu haben. Viele der Kumpels sind total „heiß“ und scheinen es mit dem |
„Angasen“ von der ersten Stunde an ein wenig heftig zu übertreiben. Es ist in den ersten beiden Tagen keine Seltenheit, dass nach Einfahrt auf die Rennstrecke bereits drei Kurven weiter das Training mit der roten Flagge abgebrochen wird. Leider erwischt es auch einen guten Freund am 2. Tag. Ihm knickt in einer Bodenwelle dass Vorderrat weg. Cockpit, Lenker und einiges mehr plus Verkleidung sind mächtig ramponiert. In Münster erfahren wir später, dass Bänder des Fußgelenks durch sind. Kaum zu glauben, dass der Bursche mit dieser Verletzung in die teils zerrissene Lederkombi gehüpft ist um noch einige super schnelle Test-Runden zudrehten. Später steigt dieser „Prinz Eisenhart“ auf meine R6 um und bleibt sogar glatte 40 Minuten am Stück da draußen. Gefahrene Bestzeit: 1:41. „Respekt, das will ich auch können“, denke ich. |
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„Bora“, ein heftiger Fallwind bricht los.
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Das Training am zweiten Tag ist kaum zu Ende, da bricht ein sich heftig entwickelnder Fallwind (auch Bora genannt) über unser Fahrerlager herein. Ich erfahre, dass diese Art des Sturms an der ostadriatischen Gebirgskette häufig und oftmals ohne „Vorboten“ aus dem völligen Nichts auftaucht. Meinen Kumpeln und mir bleibt nur wenig Zeit, um Pavillons und alles, was nicht fest verankert ist, schnell noch zu sichern. Es wäre nicht das erste Mal, dass „Bora“ Zelte, Mopeds und alle anderen Sachen, welche nicht niet- und nagelfest sind, mit sich reißt. Ganz schön heftig! „Bora“ hält die ganze Nacht durch. An Schlaf ist nicht zu denken. Ich liege im Bulli auf meiner weichen Matratze und drücke die Daumen feste, dass ich nicht samt Bulli davonfliege. Am nächsten Tag ist der Spuk vorbei, der Himmel ab Mittag sogar wieder ungetrübt blau, ganz so, als wäre überhaupt nichts gewesen.
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Auch für mich läuft`s super.
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Für mich läuft es prima. Mit der Zeit werde ich mit der Streckenführung vertrauter, finde meine Brems- und Einlenkpunkte zusehends besser heraus. Ab und zu gelingen auch Überholmanöver, ohne mich dabei auf der „letzten Rille“ zu bewegen. Gelegentlich habe ich "Fette Kette", "Schnecke" oder "Kniepad" vor mir. Sie sind super nett, zeigen mir die bessere Linienwahl und „ziehen“ mich nach vorne. Irgendwann kann ich die dann verschärfende Pace nicht ganz mitgehen, so dass sich der Abstand zu ihnen wie ein Gummiband auseinanderzieht.
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Ich komme wieder :-)
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Zu meiner eingangs erwähnten Kritik muss ich der fairnesshalber auch erwähnten, dass Rijeka einen wunderbaren Streckenverlauf hat. Ich empfinde die Strecke trotz der vielen Bodenwellen als sehr flüssig, schnell zu lernende Rennstrecke, die an das fahrerische Können aber auch die Fitness doch recht hohe Ansprüche stellt. Dass sie über Grip ohne Ende verfüge, na ja, dem kann ich mich nicht ganz anschließen. Viele meiner Kumpels beklagen heftigste Rutscher und Slides, was zumindest die Hinterreifen gar nicht so lustig finden. Die Rennstrecke Rijeka hat einen recht eigenwilligen Charakter, für den ich noch einige Eingewöhnungszeiten benötigen werde. Ich komme wieder!
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GOOD - BYE :-)
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